Europäischer Forschungsrat (ERC), Horizont 2020, 7. Forschungsrahmenprogramm (FP7)

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Alle Grants seitens Europäischen Forschungsrat (ERC) und Horizont 2020 enthalten verpflichtende Regelungen zu Open Access. Beim 7. Forschungsrahmenprogramm (FP7) sind verpflichtende Klauseln in den sieben Bereichen Energy, Environment, Health, Information & Communication Technologies, Research Infrastructures, Science in Society und Socioeconomic Sciences & Humanities enthalten: Achten Sie hier darauf, ob die Special clause 39 im Grant Agreement vorhanden ist.

Die Publikation muss beim ERC, bei Horizont 2020 und gem. der Special clause 39 beim FP7 entweder originär, d. h. unmittelbar im "Goldenen Weg" Open Access erstveröffentlicht werden oder anderenfalls so früh wie möglich, aber spätestens innerhalb 6 Monate in der Postprint- oder Verlagsversion auf einem Open-Access Repositorium archiviert und zugänglich gemacht werden ("Grüner Weg" von Open Access). Bei den Geistes- und Sozialwissenschaften ist abweichend davon ein Embargo bis zu 12 Monate bis zur Archivierung auf einem Open-Access Repositorium hinnehmbar. Der Upload in ein Repositorium ist immer obligatorisch, selbst wenn Sie den "Goldenen Weg" der unmittelbaren Open Access Veröffentlichung nehmen. Auch alle Metadaten zur Publikationen müssen immer Open Access zugänglich sein.

Es kann das institutionelle Repositorium OPUS FAU gewählt werden, im Falle eines fachspezifischen Repositoriums empfiehlt der ERC Europe PubMed Central oder arXiv für die medizinischen bzw. technisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen. Für die sozial- und geisteswissenschaftlichen Fachgebiete liegen aktuell keine ERC-Empfehlungen vor.

Die Verpflichtung bezieht sich generell auch auf Bücher, Buchkapitel o.ä., die auf der finanzierten Forschung basieren. Sollte eine entsprechende monografische Publikation geplant sein, empfiehlt es sich, vorab den Project Officer zu kontaktieren.

Die zu erwartenden Publikationskosten im Goldenen Weg können explizit beantragt werden. Die Maximalgrenze der beantragbaren Mittel (Beispiel ERC Starting Grant: max. 1,5 Mio.) darf dabei nicht überschritten werden. Ein Nachantrag ist nicht möglich, d. h. die Höhe der diversen Open-Access-Kosten des jeweiligen Fachgebietes muss notwendigerweise vorab abgeschätzt werden. Dies kann zum Beispiel Gebühren für eine Open-Access-Option bei Subskriptionszeitschriften umfassen, Article Processing Charges bei reinen Open-Access-Zeitschriften, die Kosten für einen Publishing Plan bei PeerJ, die Kosten für Open Access Voucher bei der Royal Society of Chemistry . Ein Ansatz von 1.000 bis 2.000 € pro Publikation ist nicht unrealistisch.

Sollte eine Publikation in einem Medium geplant sein, das die ERC-Bedingungen nicht erfüllt (keine Open-Access-Erstveröffentlichung bzw. Zweitveröffentlichung innerhalb 6 Monate auf einem Open-Access-Repositorium), das aber hochrelevant ist und zitiert wird, kann der Project Officer kontaktiert werden, ob eine Ausnahmeregelung genehmigt werden kann. Beim FP7 muss generell ein „best effort“ nachgewiesen werden, beispielsweise schriftliche Nachweise für Verhandlungen mit dem jeweiligen Verlag über die Open-Access-Freigabe, wenn die Forderungen nicht erfüllt werden können. Sollte eine kostenpflichtige Gold-Option vorhanden sein, muss diese tatsächlich auch als "best effort"-Maßnahme gewählt werden.

Die Richtlinien des ERC sind unter http://erc.europa.eu/sites/default/files/document/file/ERC_Open_Access_Guidelines-revised_2013.pdf zu finden, die Open-Access-Seiten zum FP7 unterhttp://ec.europa.eu/research/science-society/document_library/pdf_06/survey-on-open-access-in-fp7_en.pdf und letztlich die Horizont 2020-Richtlinien unter http://ec.europa.eu/research/participants/data/ref/h2020/grants_manual/hi/oa_pilot/h2020-hi-oa-pilot-guide_en.pdf (Stand August 2014).

Vortragsgrafik

Kontakt
Ansprechpartner Referat Open Access: Markus Putnings
Ansprechpartner Veröffentlichung auf OPUS FAU: Regina Heidrich
Ansprechpartner Rechtsfragen im Bereich Open Access: Petra Heermann